Offizielle Eröffnung des Joseph-Breitbach-Rundwegs in Ehrenbreitstein

Wie die Stadt Koblenz heute in einer Pressemitteilung bekannt gab, ist der bereits 2020 eingerichtete, Joseph Breitbach gewidmete Rundweg in Ehrenbreitstein nun auch offiziell eröffnet. In acht Hörstationen werden biographische Texte über den Autor und ausgewählte Passagen aus dem Roman Die Wandlung der Susanne Dasseldorf des 1903 in der dortigen Schule (heute Rhein-Museum) geborenen Schriftstellers Joseph Breitbach vorgestellt.

Das Sternenbanner über dem Ehrenbreitstein, Sammlung M. Kellermann, unbekannter Fotograf, um 1920

Der Roman spielt vor dem Hintergrund der amerikanischen Besetzung von Koblenz und Ehrenbreitstein, wo Ende 1918 amerikanische Soldaten einmarschiert waren und u. a. Festungswerke wie die Feste Kaiser Franz und die Feste Ehrenbreitstein belegten. Bis Anfang 1923 wehte als weithin sichtbares Zeichen die amerikanische Flagge über dem Ehrenbreitstein. Joseph Breitbach wirft in seinem Roman immer wieder kurze historische Passagen zur amerikanischen Besatzung ein, die er selbst als Augenzeuge in Koblenz und Ehrenbreitstein erlebt hat.

„Die Straßen, die auf Befehl der Amerikaner trotz der allgemeinen Kohlennot verschwenderisch beleuchtet waren, glichen stellenweise einem Heerlager. An der Falkensteinkaserne und auf dem Kaiserin-Augusta-Ring waren Hunderte von Mauleseln zusammengepfercht. Überall kampierten Soldaten in Zelten, Wachen gingen auf und ab, und fast an jeder Straßenecke tauchten Patrouillen auf. Die Festhalle, die von der Besatzung sofort mit Beschlag belegt worden war, war hell erleuchtet. Soldaten saßen vor dem großen Gebäude auf dem Boden und dösten vor sich hin. […] Es war seit einer Woche in der ganzen Stadt so.“(1)

Mehr Informationen zum Roman Die Wandlung der Susanne Dasseldorf gibt es hier in der deutschen Wikipedia.

Zur Pressemeldung der Stadt Koblenz geht es hier.

Anmerkungen

(1) Breitbach, Joseph: Die Wandlung der Susanne Dasseldorf, Göttingen 2006 (Mainzer Reihe. Neue Folge, Band 4, herausgegeben von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann), S. 67f.

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