Tag des offenen Denkmals 2020

Station 1: Kriegspulvermagazin 1 unter dem Reduithof

Mit der Einführung gezogener Geschützrohre ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Reichweite der Kanonen erheblich verbessert, sodass es fortan möglich war, Festungswerke auch aus großen Entfernungen zu beschießen. Für besonders betroffen von dieser neuen Möglichkeit des Fernbeschusses hielt man die Kriegspulvermagazine in den einzelnen Werken. In der Feste Kaiser Franz betraf dies das Kriegspulvermagazin unter dem Reduitinnenhof, das im Laufe des Jahres 1863 an die neuen Gegebenheiten angepasst wurde: “Das Magazin unter dem Reduithofe vom Kernwerk Franz wurde längs der Reverswand 14 Fuß [= ca. 4,39 Meter] tief mit Boden ausgestampft und dahinter durch eine Scheidemauer geschlossen. Es behielt dadurch gesicherten Lagerraum für 322 Tonnen [Pulver].”(1)

Abb. 1: Vermauerter Zugang in das Kriegspulvermagazin unter dem Reduitinnenhof über den Treppenabsatz der Freitreppe im Kehlturm, 2008

Das Kriegspulvermagazin wurde 1922 als letzte Entfestigungsmaßnahme an der Feste Kaiser Franz im hinteren Bereich zerstört, der vordere Teil, der an die oben im Bild gezeigte Tür unter dem Bogenfries angrenzt, blieb dagegen erhalten. Heute gelangt man nur noch über einen Umweg an diesen verbliebenen Teil.

Abb. 2: Gewehrschießscharten zur Verteidigung des Kehlturms, 2019

Hinter den mit einem roten Pfeil markierten Schießscharten verbirgt sich ein kleiner Hohlraum, in dem die Soldaten geschützt stehen konnten. In diesem Raum befindet sich ein kleiner Durchgang in das ehemalige Kriegspulvermagazin.

Abb. 3: Hohlraum hinter den Schießscharten, 2009
Abb. 4: Blick aus einer Schießscharte auf den Kehlturm, 2009
Abb. 5: Hölzerner Rahmen an einer Schießscharte, die mit einem kleinen Laden verschlossen werden konnte, 2009
Abb. 6: Zugemauerter Zugang in das zerstörte Kriegspulvermagazin, 2009
Abb. 7: Vorhandener Hohlraum des Kriegspulvermagazins, 2009

Um die rechts im Bild zu sehende Wand, die zugleich die Kopfwand des Innenhofs des Kehlturms ist, zu entlasten, wurde ein Teil der Erdauflage und des Trümmerschutts auf dem Magazin beseitigt. Dabei kam auch der Hohlraum zwischen der Rückwand des Magazins und der Scheidewand zum Vorschein. Konkrete Pläne, wie es mit dem Pulvermagazin weiter gehen könnte, gibt es allerdings nicht.

Anmerkungen

(1) StAK HK 11 Dzi: Dziobek, Ernst: Kriegs- und Befestigungsgeschichte von Coblenz und Ehrenbreitstein, Koblenz 1834, darin: „Festungs-Geschichte von Coblenz und Ehrenbreitstein 1834 bis 1905“, Blatt 30.

Abbildungen

Alle Fotografien vom M. Kellermann